Kartendeck merken – Einführung in die Mnemotechniken

Es mag auf den ersten Blick sinnlos erscheinen, sich die Reihenfolge von einem Kartendeck (52 Spielkarten) in wenigen Minuten auswendig zu merken. Allerdings lernst du damit wie du deine Konzentration und dein Gedächtnis trainieren kannst. Du verstehst danach wie beide funktionieren. Wenn du 52 Karten abspeichern kannst, dann schaffst du es auch mit anderen Lernstoffen.

Methode verstehen

Dein Gedächtnis und deine Konzentration zu trainieren ist vermutlich einfacher als zu zunächst glaubst. Alles was du dafür brauchst sind Mnemotechiken. Deren Funktionsweise ist relativ einfach erklärt: Schwer merkbare Inhalte werden in leicht merkbare umgewandelt. Hast du diese Technik einmal soweit verstanden, dass du sie gezielt anwenden kannst, wirst du sie dein Leben lang nutzen können. Außerdem hast du einen coolen Partytrick, wenn du dir 52 Karten sofort merken kannst.

Kartendeck merken mit Mnemotechniken

Die verwendeten Techniken dafür sind eigentlich nur das Erstellen von Merkbildern durch Assoziationen und der Gedächtnispalast. Beide wirst du nachher anwenden können.

Erfolgserlebnisse

Sehr wichtig für jeden Lernerfolg, also auch für die Mnemotechniken, sind regelmäßige Erfolgserlebnisse. Diese stellen sind bei den komplexeren Mnemotechniken teilweise nur träge ein, wenn es um tatsächliche Lernstoffe für Schule und Studium handelt, da du sehr viel selbst aufbereiten musst – immerhin sind Lernstoffe sehr unterschiedlich. Bei einem Kartendeck hingegen haben alle die gleichen Voraussetzungen und ich kann dir Schritt für Schritt erklären, wie du es abspeicherst. Sehr bald wirst du merken, dass sich dein Gedächtnis und deine Konzentraion verbessern – alles eine Frage der Übung.

Merkbilder für die 52 Karten

Beginnen wir zunächst mit den Merkbildern. Da dein Gehirn Schwierigkeiten haben wird sich z:B. eine Pik Sieben als Karte zu merken, müssen wir diese in ein Bild umwandeln. Nein, ich meine kein Bild einer Pik-Sieben-Karte, sondern eine Assoziation dazu.

Leider sind Spielkarten so abstrakt, dass wir zu den wenigsten wirklich starke Assoziationen finden werden. Gerade einmal die Herz-Dame aus Alice im Wunderland fällt mir da ein…

Hier findest du mehr zum Erstellen von Merkbildern.

Wie bei den meisten Mnemotechniken ist ein effektives System der halbe Lernaufwand. Ich habe mich für folgendes entschieden.

Jedem Symbol („Farbe“) wir eine Kathegorie zugeordnet:

  • Herz = Menschliche Körper
  • Karo = Zirkus
  • Pik = Natur
  • Treff (Kreuz) = Kirche + Gericht

Diese sind nicht zufällig gewählt, sondern sind aus Assoziationen zu den jeweiligen Symbolen entstanden. Das Herz als Organ des menschlichen Körpers. Karo wird mit Clowns und damit dem Zirkus verbunden. Das Symbol Pik sieht aus wie ein Blatt. Und bei Kreuz ist der Zusammenhang mit der Kirche bzw. dem Gericht wohl leicht nachvollziehbar.

Jetzt müssen unter diesen Kategorien noch Assoziationen zu den einzelnen Zahlen bzw. Figuren gefunden werden. Ich schlage folgende Liste vor (die du jederzeit abändern kannst).

Liste der Merkbilder zu den 52 Karten

Herz (Mensch)

2: Ohren

3: Busen

4: Nase

5: Hand

6: Rücken/ Sex

7: Arm

8: Brille

9: Bauch

10: Fuß

Bube: Baby

Dame: Mutter

König: Vater

Ass: Hut

Karo (Zirkus)

2: Trapez

3: Konfetti

4: Bier

5: Einrad

6: Peitsche

7: Fahne

8: Jongleur

9: Luftbalon

10: Einrad

Bube: Clown

Dame: Tänzerin

König: Zirkusdirektor

Ass: Zelt

Treff (Kirche/ Gericht)

2: Beten

3: Schlüssel

4: Axt

5: Schafott

6: Galgen

7: Sense (Tod)

8: Handschellen

9: Kerze

10: Buch (Bibel/Gesetzbuch)

Bube: Mönch

Dame: Nonne

König: Richter

Ass: Kirchturm

Pik (Natur)

2: Schwan

3: Schnecke

4: Schmetterling

5: Schildkröte

6: Schlange

7: Giraffe

8: Spinne

9: Elefant

10: Blume

Bube: Affe

Dame: Biene

König: Löwe

Ass: Baum

Manche dieser Merkbilder werden dir beim ersten Mal in Erinnerung bleiben, andere nicht. Solltest du nach mehreren Versuchen dir ein Bild immer noch nicht merken, versuche eine eigene Assoziation zu finden, die für dich „logischer“ erscheint.

Anwendung im Gedächtnispalast

Damit du dir die Reihenfolge des Kartendeck merken kannst, musst du die oben genannten Merkbilder in eine Reihenfolge einfügen. Natürlich wäre es möglich sie in eine Geschichte einzubauen, aber die Loci-Methode bzw. der Gedächtnispalast hat sich als weit effektiver dafür erwiesen.

Hier findest du eine genau Anleitung, wie ein Gedächtnispalast funktioniert:

Kurz zusammengefasst: Du nutzt dir bekannte Räume, um die Bilder dort „abzulegen“. Immer 10 Bilder – also 10 Karten – pro Raum. Du beginnst damit, den Raum vom Eingang aus an der linken Wand entlang abzugehen und dir 10 Objekte zu suchen. Dabei kannst du alles nehmen, solange es nicht zu nah an einem anderen deiner 10 Objekte ist.

Um alle 52 Karten abspeichern zu können brauchst du also 6 Räume, wobei im letzten nur noch zwei Plätze notwendig sind. Da der Aufwand anfangs sehr groß scheint, würde ich mit einem Raum und einer Farbe beginnen – das ist schwer genug.

Du kannst z.B. dir alle Merkbilder von Herz einprägen und für diese dann in deinem Wohnzimmer einen kleinen Gedächtnispalast bauen. Mir ist schon klar, dass jede Farbe 13 Karten hat, aber du musst ja nicht gleich alle abspeichern – 10 reichen doch.

Jetzt kannst du loslegen

Je früher du beginnst die Techniken anzuwenden, desto besser. Also such dir 10 markante Plätze in deinem Wohnzimmer (oder deiner Küche) und wähle die Merkbilder (in unserem Fall Herz), die für dich am besten funktionieren.

Als nächstes mischt du die 13 Karten der Farbe durch und beginnst sie einer nach der anderen aufzudecken. Jedes mal versuchst du dich erst an das Merkbild zu erinnern und es dann in deinem Gedächtnispalast zu platzieren, indem du das Merkbild mit dem Ort interagieren lässt. Wäre deine erste Karte z.B. der Herz Bube und der erste Platz in deinem Wohnzimmer der Fernseher, dann würde nun in deiner Fantasie ein Baby auf dem Fernseher herumkrabbeln und ihn möglicherweise sogar umstoßen und kaputt machen.

Sei am Anfang nicht zu schnell bei Erstellen der Szenen, denn diese sollten möglichst einfach zu merken sein. Das bedeutet, dass du viele Details, Bewegung und Emotionen einbauen solltest. Du willst dein Gehirn davon überzeugen, dass dieses Szene tatsächlich passiert und wichtig ist, damit es sie auch abspeichert.

Hier findest du mehr dazu, wie du effektive Merkbilder erstellen kannst!

Weitere Mnemotechniken

Sich ein Kartendeck merken zu können war für mich eine unglaublich gute Methode um in die Merktechniken einzusteigen. Allerdings gibt es noch einige weitere Mnemotechniken, die du ausprobieren solltest.

Hier findest du einige Beiträge zu Mnemotechniken:

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