Es gibt mittlerweile so viele unterschiedliche Diäten, dass man gar nicht mehr weiß, was man eigentlich essen soll. Bei Low Carb Ernährung verzichtet man großteils auf Kohlenhydrate – also Zucker, Mehl und dergleichen. Klingt schwierig, oder? Also wozu das Ganze? Einen Monat lang habe ich die Low Carb Diät mit allem was dazugehört getestet, damit ich dir genau das sagen kann.

Vorbereitung – da helfen Freunde gerne

Für Low Carb Ernährung bedarf es etwas Vorbereitung, da erst mal alle „vercarbten“ Nahrungsmittel aus der Wohnung und aus dem Gedächtnis gestrichen werden müssen. Immerhin reden wir hier von jeglicher Schokolade, sämtlichen Nudeln, fast allen Getränken und den heißgeliebten Semmeln. Um der Versuchung zu widerstehen habe ich alle “High-Carbs” verschenkt (also Freunde macht man sich anfangs auf jeden Fall damit). Dann bedarf es noch einiger Kochrezepte aus Büchern oder dem Internet, weil man sonst ja kaum etwas Warmes essen kann. Und besser schnell noch eine Liste aller Low Carb Nahrungsmittel für zwischendurch besorgen, sonst steht man mit knurrendem Magen im Supermarkt und hat keine Ahnung, welches Gemüse erlaubt ist.

Low Carb Ernährung is strong in you

Wie in vielen Low Carb Anleitungen beschrieben waren die ersten Tage am härtesten. Das Gehirn vermisst die Kohlenhydrate nämlich am meisten und dementsprechend sind in dieser Anfangszeit keine Geistesblitze zu erwarten, eher das Gegenteil. Noch nie war ich sinnloser in einer Vorlesung. Wenn mein Kopf nicht gerade an Semmeln dachte, dann war er ganz abwesend. Ich fühlte mich insgesamt sehr schlapp. Zum Glück änderte sich das recht bald.

Schon nach sieben Tagen Low Carb Ernährung ging es mir gut, sogar besser als vorher. Am bemerkenswertesten fand ich, dass ich weniger Schlaf brauchte und nicht selten vor meinem Wecker aufwachte – für mich ganz ungewöhnlich. Meine körperlichen Leistungen beim Training waren unverändert, wobei ich in dieser Zeit keine schweren Gewichte usw. im Fitnesscenter stemmte. Beim Ausdauertraining hingegen glaube ich schon, dass die Low Carb Ernährung mich schneller erschöpfen ließ, wobei die Auswirkung nicht wirklich dramatisch war und auch auf meine damalige Tagesverfassung zurückzuführen sein könnte.

Wie auch immer, ein Nachteil an körperlicher Kraft wird durch den Gewichtsverlust eh wieder wettgemacht, denn ich habe gleich mal über 2 Kilo verloren – und zwar in der ersten Woche! Danach ist mein Gewicht relativ konstant geblieben. Zum Glück, denn ich wollte gar nicht abnehmen…

Was darf ich noch essen? Außer Gurken…

Alles in allem klingt das doch recht gut. Wo ist also der Nachteil? Nun, ungefähr 90% jedes Supermarkts sind verbotenes Gut. Um die wenigen Sachen, die man essen darf, zu einer Mahlzeit zusammenzuwerfen bedarf es etwas Geschick und Experimentierfreudigkeit. Mit etwas Mühe schmeckt es dann aber ausgezeichnet. Solange man nicht zu viel von immer denselben Zutaten bekommt. Leider ist das Essen bei einer Low Carb Ernährung nicht sehr abwechslungsreich, vor allem wenn es schnell gehen soll. Um auf den Tagesbedarf an Kalorien zu kommen muss viel Fett verzehrt werden – und etwas Eiweiß dazu, aber vor allem Fett! Das bedeutet meistens auch viel Fleisch, kann man aber auch vermeiden, wenn man es drauf anlegt.

Um da nicht den Überblick zu verlieren sind Apps, bei denen man seine Makro Nährstoffe (Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß) verfolgen kann, sehr hilfreich. Fertige Lebensmittel lassen sich dort suchen und der Tagesernährung hinzufügen. Selbstgekochtes hingegen muss geschätzt oder die Zutaten einzeln eingetragen werden. Aber immerhin weiß man am Ende des Tages, ob man tatsächlich Low Carb, oder sogar ketogen war. Für eine ketogene Ernährung dürfen die 50g Carbs am Tag nicht überschritten werden. Das ist durchaus machbar, solange man nicht irgendwo eingeladen ist.

Der eskalierende Low-Carb-Party-Lifesyle

Die wahre Schwierigkeit ist es, unterwegs oder bei Freunden und Familie sich an die Low Carb Ernährung zu halten. Verständlicherweise sind alle hellauf begeistert, wenn man auf einer Geburtstagsparty auftaucht und den Gastgebern verkündet, dass man (obwohl sie Rücksicht auf vegane und fettarme Speisen genommen haben) nichts essen wird, weil alles irgendwo Kohlenhydrate hat. Nachdem man dann auch noch das Bier und den Whisky abgelehnt hat, kann man sich mit einer halben Gurke auf dem Teller zum Tisch begeben und die zuckersüße Torte begutachten – ein Traum. Immerhin gibt es in den meisten Haushalten Tee zu trinken, denn ohne Fencheltee wird der Abend ja langweilig….

Zu unser aller Glück gibt es jedoch Cheat Tage, an denen man essen darf, was man möchte. Daher sollten diese gut eingeteilt werden. Man kann mit einem Cheat Tag pro Woche bzw. alle 10 Tage aber ganz gut über die Runden kommen. Festivals sollte man halt keine besuchen – oder die Low Carb Ernährung kurzzeitig auf Eis legen. Diese Cheat Tage sollten auf jeden Fall eingehalten werden, auch wenn man glaubt, sie nicht zu brauchen. Allerdings schaden sie auch nicht.

Zu beachten wäre noch, dass eine Low Carb Ernährung doch etwas mehr Geld kostet, da die meisten Billigprodukte nicht konsumiert werden können. Dafür spart man das Geld bei den Softdrinks, beim Alkohol und bei Pizzabestellungen, denn die sind sowieso alle verboten.

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Fazit

Eine Low Carb Ernährung ist eine interessante Erfahrung, die ich bei Zeiten wiederholen werde. Man fühlt sich nach einer anfänglichen Müdephase tatsächlich besser und nimmt auch gleich mal 2 Kilo ab (für alle, die das möchten). Der Schlaf wird besser und die körperlichen Einbußen halten sich in Grenzen. Allerdings bleibt einem auch nicht viel Essbares übrig. Daher kann die Ernährung schnell eintönig werden – man isst ja fast nur Fett und Eiweiß. Wirklich störend wird das aber nur auf Partys oder bei Einladungen, da im Alltag fast nichts Low Carb ist. Will man sich da einen Überblick verschaffen, helfen MakroApps, die die Werte der meisten Lebensmittel kennen. Aber auch mit Smartphone Unterstützung bleibt der Aufwand groß. Es liegt an dir zu entscheiden, ob er es wert ist.

Low Carb Ernährung

5

Einfach

3.0/10

Nützlich

8.0/10

Günstig

4.0/10

Pros

  • Gutes Körpergefühl
  • Besserer Schlaf
  • Gewichtsverlust

Cons

  • Anfängliche Müde-Phase
  • Wenig Abwechslung
  • Keine alltäglichen Lebenmittel mehr

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