Beim Thema Selbstoptimierung denken alle immer gleich an gestählte Körper und gut aussehende Instagram-Models, die noch schöner und erfolgreicher werden wollen. Wie konnte dieses wichtige Thema in ein so verzerrtes Bild rutschen? Den viel zitierten “Selbstoptimierungswahn” kann es nur dann geben, wenn man Selbstoptimierung tatsächlich auf den Körper bzw. das Aussehen reduziert. Dabei geht es um so viel mehr…

Dein Leben gestalten

Es ist kein Zufall, dass BasicTools die Themen Selbstoptimierung und Lernen in den Vordergrund stellt. Beide sind tatsächlich Grundwerkzeuge, die mehr “basic” nicht sein könnten. Ohne Selbstoptimierung lernen wir nichts dazu und ohne Lernen bleiben wir immer auf dem selben Stand. Dabei ist mit Lernen natürlich mehr gemeint, als Schule oder Studium. Es geht darum das eigene Leben selbst zu gestalten. Und wenn du glaubst, dieser Lernprozess ist mit der Schule abgeschlossen, dann hast du entweder unglaublich viel Erfahrung in dieser kurzen Zeit gesammelt, oder aber du solltest weiterlesen.

Lernen zu träumen - Selbstoptimierungswahn

Du wirst in deinem Leben noch vor so vielen Herausforderungen stehen, auf die du aber so gar nicht vorbereitet bist – logisch, wie sollst du etwas meistern, von dem du keine Ahnung hast? Das geht nicht. Es ist schon schwer genug mit sich selbst und den eigenen Schwächen klarzukommen. Da kann dich ein neues Problem schon mal aus der Bahn werfen. Oder weißt du, was du vom Leben willst? Wo du hin möchtest? Welchen Sinn die Schule, das Studium oder dein Beruf für dich haben? Möglicherweise sagst du jetzt “Na für’s Geld!”. Aber jetzt wird’s knifflig: Geld ist nur ein Aspekt von mehreren im Leben und du kannst auch mit viel davon sehr unglücklich sein.

Der neue Reichtum

Tim Ferriss schreibt daher in seinem Buch “Die 4-Stunden Woche” über die sogenannten “Neuen Reichen“, die sich nicht durch millionenschwere Konten auszeichnen, sondern durch maximale Freiheit. Es geht nicht darum so viel Geld wie möglich zu erwirtschaften, sondern genug, um die eigenen Träume zu leben. Dieser Ansatz ist zu einem meiner Lebensziele geworden. Doch wie kommt man dort hin?

Du hast es sicher schon geahnt: Selbstoptimierung und Lernen! Beides sollte von dir selbst vorangetrieben und durch deine persönlichen Lebensziele motiviert sein. Einen Selbstoptimierungswahn kann es nicht geben, wenn es darum geht, sich selbst zu verwirklichen, um das Beste aus seinem Leben zu machen. Natürlich spielen bei einem erfüllten Leben mehrere Aspekte eine Rolle, auch Gesundheit und Fitness. Aber das hat doch bitte nichts damit zu tun, wie Heidi Klum oder Arnold Schwarzenegger auszusehen. Im Gegenteil – einem Aussehen nachzueifern ist kein wirkliches Lebensziel, sondern ein von außen aufgedrücktes Ideal, das deinen Lebenszielen im Weg steht.

Selbstoptimierung heißt Probleme lösen

Jedes negative Gefühl, jede Angst, alle Selbstzweifel und nicht genutzten Chancen sind ein Fall für die Selbstoptimierung. Daran kannst du arbeiten und dich eigenständig verbessern. Nicht für Instagram, nicht für deine Arbeit, nicht für irgendwen – nur für dich. Also lassen wir den Selbstoptimierungswahn hinter uns und wenden uns dem eigentlichen Thema zu: Der Optimierung deines Lebens.

Selbstoptimierung Selbstoptimierungswahn - eigenständiges lebenslanges Lernen

Das Schöne an der Selbstoptimierung ist, dass man sie wirklich leben kann. Schritt für Schritt gehst du deine Probleme an und löst sie. Dabei kann es vorkommen, dass der offensichtlichste Weg nicht unbedingt der richtige ist. Es gibt immer mehrere Lösungen für ein Problem. Diese kannst du aber erst entdecken, wenn du dich damit beschäftigst. Eines wird dir jedenfalls nie weiterhelfen: Das Problem auszublenden. Irgendwann kommt es zurück. Das kann ich dir versprechen. Ich hatte am Anfang meines Studiums brutale Angst, vor Leuten zu sprechen. Meine Lösung war natürlich, dass ich alle Seminare und Übungen mit Referaten gemieden habe. Genial oder? Nicht wirklich…

Deine Verantwortung

Ausreden gibt es immer viele. Aber im Endeffekt zählt nur, ob du die Verantwortung übernehmen und etwas aus dir machen willst oder nicht. Dabei geht es, wie schon gesagt, nicht um Erfolg oder Geld, sondern darum, ob du dich morgens auf den Tag freust oder mies gelaunt aus dem Bett kriechst, weil eh alles scheiße ist. Und solange es noch etwas gibt, dass dich an deinem Leben stört, solange kannst du dich selbst optimieren. Natürlich kannst du’s auch als Selbstoptimierungswahn bezeichnen, aber wahnsinnig nach Zufriedenheit zu sein ist doch ok.

Hier kommt das Thema Lernen ins Spiel. Um dein Leben voll auszukosten, musst du ständig dazulernen und Neues ausprobieren, es geht leider nicht anders. Und desto länger du damit wartest, desto länger wirst du unzufrieden mit dir und deiner Situation sein. Dabei liegt es allein in deiner Verantwortung – deshalb heißt es ja Selbstoptimierung! Natürlich können dich andere dabei unterstützen, aber letztendlich hast du die Verantwortung für dich und dein Leben. Selbstverständlich kannst du die jederzeit abgeben und darüber klagen, wie schlecht alles ist – an dieser Stelle wirst du dann aber auch stehen bleiben. Schade drum.

“Learn to fail!”

Mark Divine

Zum wirklichen Lernen (und das gilt auch für die Schule usw.) gehört aber auch das Scheitern. Es muss vollkommen ok sein, etwas nicht zu schaffen oder umzusetzen. Schon der Versuch und die gewonnene Erfahrung sind so viel wert. Meistens sind es gerade die Fehler, die einen später am meisten weiterbringen. Die Alternative wäre natürlich gewesen, es gar nicht zu probieren.

Den “Selbstoptimierungswahn” leben

Wenn du etwas ändern möchtest, musst du allerdings etwas dafür tun. Und hier beginnt das wahre Problem: Die meisten wollen zwar etwas ändern, aber nichts dafür tun. Es wird immer viel geredet und viel kritisiert – mehr aber auch nicht. Daher fang einfach an etwas zu tun. Geh raus aus deiner Komfortzone, wenn auch nur ein kleines Stück. Beginne kleine Dinge in deinem Leben zu verändern – alles fängt mal klein an.

“Betrachten Sie das Ganze als ein Spiel und rechnen Sie mit ein wenig Nervenflattern und Schweißausbrüchen – genau darum geht es.”

Tim Ferriss – Kapitel “Raus aus der Komfortzone” aus “Die 4-Stunden Woche”

Das wirklich Wundervolle an der Sache ist, dass du dein ganzes Leben auf diese Lösungen ausrichten kannst. Ein Problem ist nämlich auch eine Chance, denn du wirst nicht die einzige Person sein, die damit kämpft. Also löse das verdammte Problem für dich und dann kannst du es für andere lösen – möglicherweise sogar davon leben. Ich war früher sehr schlecht in der Schule, heute bin ich Lerncoach. Das hältst du für einen Widerspruch? Im Gegenteil – ich halte Personen, die ein Problem selbst hatten, es aber lösen konnten, für die besten Berater.

Die Welt ist gut und schlecht zugleich

Und ganz wichtig: Die Welt ist das wofür du sie hältst! Bist du frisch verliebt, dann ist alles super; wurdest du hingegen gerade verlassen, ist alles Mist. Daher ist ein wichtiger Teil der Selbstoptimierung unsere Sicht auf die Welt zu verändern. Das fängt schon damit an, welche Informationen du an dich heranlässt. Negative Schlagzeilen sind allgegenwärtig und werden mit Begeisterung gelesen, helfen dir im Endeffekt aber überhaupt nicht. In Australien gab es einen schweren Autounfall? Ok, aber brauche ich die grauenvollen Details? Ein Komet könnte die Erde treffen und uns alle vernichten? Schön, aber außer Sorgen bringt dir diese Information rein gar nichts. Diese Dinge befinden sich außerhalb deines Wirkungskreises. Selbstoptimierung fokussiert aber auf die Probleme, die wir lösen können.

Somit geht es auch darum Entscheidungen zu treffen. Was möchte ich verändern? Welchen Weg schlage ich dafür ein? Wer wird mich begleiten? Es hat keinen Sinn an den negativen Dingen in deinem Leben festzuhalten. Triff eine Entscheidung und mach das Beste aus deinem Leben.

Vielleicht hat dich jetzt auch der “Selbstoptimierungswahn” gepackt. Wenn ja, würde ich mich freuen, dich bald im Forum begrüßen zu dürfen! Einen wunderschönen Tag noch – und nicht vergessen: Es ist alles eine Frage der Einstellung!

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