Wie du aus dem ersten Beitrag zu Mnemoetechniken vielleicht schon weißt, bist du zum Lernen geschaffen. Trotzdem speichert unser Gehirn manche Sachen besser, andere schlechter. Dafür können wir nur der Evolution die Schuld geben. Auf BasicTools suchen wir aber keine Schuldigen, sondern Lösungen. Und die Lösung für dieses Problem heißt “Mnemotechniken“!

Mnemotechniken für alle Fälle

Du kannst dir unter Mnemotechniken genau gar nichts vorstellen? Dann ist dieser Beitrag genau das richtige für dich! Vereinfacht gesagt nutzen diese Techniken die Stärken des menschlichen Verstandes um Schwächen zu umgehen. Dabei können sie für alle Arten des Lernens, die Daten, Fakten, Namen usw. betreffen, verwendet werden (also alles was wir uns schlecht merken).

Wir kennen jetzt unsere Schwächen, was aber sind unsere Stärken? Die Antwort: Alles, was uns vor über 5000 Jahren das Überleben gesichert hätte. Dazu gehört das Merken von Orten, Gesichtern, Geschichten, emotionalen Ereignissen usw. Immerhin wäre es wenig vorteilhaft gewesen den Weg zum eigenen Wohnort oder die Gesichter der eigenen Gruppe zu vergessen. Natürlich spielen beim Lernen noch einige andere Aspekte eine Rolle, aber hier soll es mal nur um die Mnemotechniken gehen.

Die meisten dieser Merktechniken nutzen Bilder oder Assoziationen, um abstrakte Inhalte besser abspeichern zu können. Dabei werden Begriffe, Zahlen oder Reihenfolgen durch Bilder ersetzt, die man später leicht wieder zurück übersetzen kann. Das braucht zwar etwas Übung, speziell bei den fortgeschrittenen Techniken, aber dafür kann es wirklich jeder lernen und der Aufwand lohnt sich. Und sei es nur zum Angeben oder als Partytrick…

Alles ist möglich… Mnemo

Die Möglichkeiten der Mnemotechniken sind so weitreichend, dass jeder selbst damit experimentieren sollte, um die Grenzen auszuloten. Ein paar Beispiele, die ich selbst ausprobiert habe, möchte ich dir dennoch geben, damit du eine Vorstellung davon hast, was dich erwartet. Die 45 US-Präsidenten mit ihren Amtszeiten kann man mit etwas Übung an einem Tag locker abspeichern. Die wichtigsten Infos zu Literaturepochen mit Autoren, Werken und Jahreszahlen sind an einem Wochenende leicht schaffbar. Für die ersten 400 Stellen von Pi würde ich zwei Wochen einplanen, aber dann sitzen sie auch. Wie du also siehst, kannst du große Datenmengen in relativer kurzer Zeit abspeichern.

Ein Grundelement des Lernens, das auch bei Mnemotechniken eine Sonderstellung einnimmt, ist die Wiederholung – ohne gehts nicht! Jedoch kann deren Häufigkeit beim Lernen mit Merktechniken erheblich reduziert werden. Beim “alten Lernen”, das nur auf Wiederholung setzt, sind die Informationen auch nach mehreren Durchgängen nicht wirklich fest verankert und es ist mühsam diese wieder und wieder durchzugehen.

Mnemotechniken bieten den zusätzlichen Vorteil, dass sie dir ermöglichen die Merkdauer bewusster zu steuern. Um Wissen langfristig abzuspeichern würde ich empfehlen den Inhalt samt Mnemotechnik nach einer Stunde, einem Tag, einer Woche, einem Monat und einem halben Jahr zu wiederholen. Das kommt ungefähr an unseren biologisch vorgegebenen Rhythmus heran und ist sehr einfach zu handhaben. Allerdings ist bei Mnemotechniken, speziell beim Gedächtnispalast (Fans von The Mentalist oder Sherlock Holmes werden diese Technik bereits kennen), die Wiederholung sowieso nicht so problematisch, da es durchaus Spaß macht, die eigenen Ergebnisse zu bestaunen.

Zusammenfassung

Mnemotechniken nehmen die Stärken unseres Verstandes und bügeln damit die Schwächen aus. Aufgrund unserer Entwicklung war es wichtiger, uns Orte und Gesichter zu merken, als Zahlen und Fakten. Mit den Mnemotechniken kannst du dein volles Potential nutzen und locker 400 Stellen von Pi oder alle US-Hauptstädte abspeichern. Dafür werden vor allem Bilder und Assoziationen verwendet. Trotz der unglaublichen Leistung der Mnemotechniken darf auf Wiederholung nicht vergessen werden.

Nicht alles klar? Schreib ins Forum!

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here