Am 3. September 2018 erschien das neue Werk der Neurowissenschaftlerin Dr. Manuela Macedonia, in dem es um das Zusammenspiel von Gehirngesundheit und körperlicher Bewegung geht. Auf ihren Buchpräsentationen stellte Macedonia “Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke!” samt dessen Hintergrundgeschichte vor. BasicTools war auf der Präsentation am 27. Februar 2019 auf der Mariahilfer Straße und hat die wichtigsten Infos zum Buch!

Hintergrundgeschichte

Wie Macedonia ausführlich erklärte, ist das Buch nicht nur aus einem wissenschaftlichen Interesse heraus entstanden, sondern auch durch ihre eigene Erfahrung motiviert. Während ihrer Zeit am Max-Planck-Institut in Leipzig entwickelte die Autorin ungesunde Angewohnheiten, die schließlich dazu führten, dass die Neurowissenschaftlerin unkonzentriert und vergesslich bei der Arbeit wurde. Zum Glück war sie (wie könnte es auch anders sein) von einer Menge Gehirn-Experten umgeben. Eine Kollegin riet ihr, öfter an die frische Luft zu gehen und etwas Bewegung in den Alltag zu bringen. Und genau das tat Macedonia dann auch.

Gehirngesundheit

Dass uns Bewegung guttut, dürfte mittlerweile kein großes Geheimnis mehr sein. Wie stark unser Gehirn davon profitiert, ist allerdings den wenigsten wirklich klar – zumindest unterstelle ich das mal so (schreibt in die Kommentare, wenn es anders sein sollte). Mehrere Faktoren spielen hier eine Rolle, die du zum Glück großteils selbst beieinflussen kannst.

Einen großen Hippocampus bitte

Unser Hippocampus (eigentlich sind es zwei Hippocampi, denn das Gehirn hat ja zwei Hälften) ist für das Gedächtnis und neues Wissen zuständig. Er überträgt quasi Informationen vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis und bildet auch neue Neuronen – also Gehirnzellen. Klarerweise ist es daher praktisch einen möglichst gesunden Hippocampus zu haben.

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Dieser wächst und arbeitet gut, wenn wir vor allem zwei Dinge beachten: Wir müssen ihn regelmäßig fordern und eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung praktizieren. Fordern können wir ihn durch ständiges Lernen und das Besuchen von neuen Orten, denn der Hippocampus ist auch für unsere Orientierung zuständig. So gesehen ist Bewegung schon mal wichtig für das Gehirn, damit es mehr zu verarbeiten hat, als nur die eigenen vier Wände. Bei Londoner Taxi-Fahrern konnte z.B. ein vergrößerter Hippocampus festgestellt werden.
Auf der anderen Seite hilft körperliche Bewegung und richtige Ernährung dem Hippocampus, da der BDNF (“Brain-derived neurotrophic factor“) und die Neurogenese (Neubildung von Neuronen) gesteigert werden. Jetzt müssen wir nur noch klären, was das genau bedeutet…

Was ist BDNF?

Unser Gehirn besteht eigentlich nur aus einer unglaublichen Anzahl von Zellen, die untereinander mehrfach vernetzt sind. Je dichter das Netz, umso besser können wir Wissen abrufen. Daher macht es Sinn diese Wissensnetze zu verstärken.
Der genannte BDNF ist ein Signalstoff, der eben dazu beiträgt, dass die Neuronen sich besser vernetzen und auch neue gebildet werden. Damit schließt das Gehirn entstandene Lücken und kann sich auf die Stärkung der nützlichen Verbindungen konzentrieren.

Das Coole daran ist, dass dadurch auch noch “fehlerhaften” Verbindungen und Zellen vorgebeugt wird, wodurch sich Krankheiten – u.a. Depression – verringern lassen. Durch Bewegung lässt sich folglich nicht nur das Gedächtnis, sondern die allgemeine Befindlichkeit verbessern. Worauf wartest du also noch? Besser kann es doch kaum werden!

Inneren Schweinehund überwinden

Wie bei allen Themen auf BasicTools hat all das Wissen keinen Sinn, wenn du es nicht anwendest. Dieser Meinung ist auch Dr. Manuela Macedonia und empfiehlt daher, bei jeder Gelegenheit raus zu gehen und Spaß an der Bewegung zu entwickeln – selbst im Winter und bei Wind und Wetter! Wie das am besten funktioniert, kannst du im Beitrag über Thermogenese nachlesen.

Die gute Nachricht ist, dass es dabei gar nicht notwendig ist, sich komplett fertig zu machen. Aerobe Bewegung – bei der du nicht ins Keuchen kommen solltest – reicht nicht nur aus, sondern hat sogar weit mehr positive Effekte für unser Gehirn als hartes Training. Diese lässt sich außerdem noch ganz wunderbar in den Alltag integrieren.

Dr. Macedonia hat auf mehrere Arten Bewegung in ihr tägliches Leben gebracht. Sie geht häufig spazieren und Laufen, fährt Ski und radelt über große Distanzen. Immer häufiger verzichtet sie auf Verkehrsmittel und legt ihre Wege durch eigene Muskelkraft zurück. Unter #heimradeln legte die gebürtige Italienerin ihre 1.000 km lange Heimreise von Linz über die Alpen ins Aostatal nur mit dem Rad zurück und rief dabei auf, sie zu begleiten.

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Foto: Kübra Soyuk

Dr. Manuela Macedonia schreibt nicht nur über Gehirngesundheit, sie lebt sie auch. Daher kann sie neben dem Fachwissen und einer Flut an Infografiken in ihrem Buch auch auf die gelebte Praxis eingehen. Gerade für Kinder und Jugendliche wäre dieser Aspekt besonders wichtig, wie sie in “Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke” auch betont.

Auf geht’s!

Die Buchpräsentation war sehr informativ und passt inhaltlich auch gut zu BasicTools, da Macedonia in ihrem Werk gleich auf zwei Kernaspekte von BasicTools eingeht: Lernen und BioHacking (Gesundheit). Außerdem ist ihr der Aufruf zur aktiven Umsetzung ebenso ein Anliegen, wie es BasicTools eines ist.
In diesem Sinn wird es für mich nun Zeit einen netten Spaziergang in der freien Natur zu machen – da hat man es in Wien ja zum Glück nicht weit!

Solltest du auch an mehr Bewegung und Gehirngesundheit interessiert sein, dann schreib doch ins Forum!

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