Auch wenn wir es manchmal durch Schule oder Beruf vergessen, ist jeder Mensch doch eine wahre Lernmaschine. Um genau zu sein haben wir uns im Laufe unserer Evolution sogar auf das Lernen spezialisiert. Warum fällt es uns trotzdem manchmal so schwer?

Lernen lernen, also Lernception

Lernen ist, als würde man einen Computer bedienen. Er kann Unglaubliches leisten, wenn du damit umgehen kannst. Leider scheint diese Erkenntnis für Computer weiter verbreitet zu sein als für das Lernen – oder unser Gehirn im Allgemeinen. Schon in der Volksschule wird davon ausgegangen, dass die Kinder wissen, wie sie am besten lernen. Und später wird das sowieso nicht mehr hinterfragt. Dann ist man entweder “ein kluger Kopf”, oder aber “zu dumm zum Lernen”. Ganz so einfach ist es aber nicht. Immerhin lernen wir unser ganzes Leben lang, einfach immer. Und egal, was wir können – sei es Wissen über Geschichte, unglaublich gut Tennisspielen, einen Wasserkocher bedienen oder uns selbst motivieren – wir haben es irgendwann gelernt.

Auf BasicTools gehen wir davon aus, dass jeder mit den selben Voraussetzungen auf diese Welt kommt. Das bedeutet, dass selbst die Dinge, für die wir später ein Talent entwickeln, eigentlich nur angelernt sind. Allerdings passiert das in der frühen Kindheit, die wir nachträglich nicht mehr ändern können. Müssen wir auch gar nicht. Denn ein Großteil des Gehirns ist sehr wohl noch in der Lage sich zu ändern bzw. bedarf keiner Änderung, wenn man mit den Voraussetzungen umzugehen weiß. Denn auch wenn wir alle mit den selben Voraussetzungen auf die Welt kommen, sind diese für manche Ziele oder Aufgaben relativ ungeeignet. Manches ist eben biologisch festgesetzt. Wir werden nie einen Text mit einer Million Wörtern in einer Sekunde verarbeiten können, wie ein Computer es kann. Dafür können wir andere Sachen umso besser.

Vor 3000 Jahren hätt’s das nicht gegeben

Eine dieser Sachen, die wir speziell gut können, ist die Fähigkeit uns anzupassen. Das hat natürlich damit zu tun, dass wir eben so unglaublich effizient lernen. Das Schöne dabei ist auch, dass wir unsere Schwächen damit ausbügeln und lernen können wirklich effizient zu lernen. Dabei sollten wir auf unsere Entwicklung zurückschauen und uns fragen, was wir früher lernen mussten, um zu überleben. Zahlen? Namen von Hauptstädten? Gesichter? Orte?

Es ist kein Wunder, dass alle sagen “Ich merke mir Gesichter viel besser als Namen”. Das ist nun mal auf unsere Entwicklung zurückzuführen und ist eine der biologischen Voraussetzungen, die wir nicht ändern können. Es war noch bis vor 3000 Jahren viel wichtiger, sich Gesichter und Orte zu merken, als Zahlen oder Namen. Das hat sich seither geändert, aber so schnell passt sich die Evolution nicht an – da müssen wir nachhelfen. Zum Glück beschäftigen sich Menschen mit diesem Problem schon, seit es aufgetreten ist, also seit vielen Jahrhunderten. Dementsprechend gibt es eine unglaubliche Zahl an Methoden, den Lernerfolg zu steigern.

In dieser Artikel-Serie wollen wir uns nun mit dem Thema Mnemotechniken beschäftigen, damit du selbst erleben kannst, dass du eine Lernmaschine bist!

Zusammenfassung

Evolutionär sind wir Menschen zum Lernen geschaffen – wir lernen unser Leben lang immer und überall. Von klein auf nehmen wir unsere Welt wahr und speichern sie. Zahlen und Daten sind aber erst seit kurzem wichtig, daher speichern wir sie schlecht ab. Wenn du aber weißt, wie dein Verstand funktioniert, ist alles halb so wild – daher beschäftigen wir uns mit Mnemotechniken. Eines der wichtigsten Themen auf BasicTools ist das “Lernen lernen”. Es geht darum Lernen neu zu verstehen. Immerhin verbinden wir es immer mit Anstrengung, Schule und allen anderen negativen Bildern. Dabei kann bzw. soll Lernen eigentlich Spaß machen.

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